MVA als Schadstoffsenke: Stoffflussanalyse für Quecksilber im MHKW Würzburg
Dr. Leo S. Morf, GEO Partner AG Umweltmanagement, Zürich u. O. Univ. Prof. Dr. Paul H. Brunner, TU Wien, im Auftrag des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Raum Würzburg; Wien, Zürich, 15. April 2005
Kurzfassung der Analyse:
Zur Untersuchung des Eintrags und des Verbleibs von Quecksilber wurde für das Müllheizkraftwerk
(MHKW) Würzburg eine Stoffflussanalyse für Quecksilber durchgeführt. Die Konzentration
und Fracht im Abfallinput wurde anhand einer Massenbilanz sowie Messungen der Hg-Konzentrationen in den Verbrennungsprodukten (einschließlich Reingas) berechnet.
Im Untersuchungsjahr 2002 betrug die mittlere Hg-Konzentration im Abfall 0.85 ± 0.15
mg/kg (FS), entsprechend einer jährlichen Hg-Fracht von rund 120 kg.
97 Prozent dieses Quecksilbers stammen aus Abfällen der Haushalte und aus Industrie/Gewerbe. Der mitverbrannte
Klärschlamm ist nur für 3 Prozent der Fracht verantwortlich.
94 Prozent des Hg-Inputs gelangen in den Filterstaub, der eine rund 20-mal höhere
Hg-Konzentration als der Abfallinput aufweist. Je 2 Prozent des Hg-Inputs werden in der Schlacke
bzw. in der Kesselasche eingebunden, weniger als 2 Prozent gelangen über das gereinigte Abgas in
die Atmosphäre.
Die Müllverbrennungsanlage dient daher bei sachgerechter Entsorgung der Verbrennungsrückstände
als wirksame Schadstoffsenke für Quecksilber in Abfällen.
